Beim Auswandern ist es eigentlich gut einen Plan zu haben wie man es am besten angeht.
Ich dachte eigentlich, ich hätte einen. Hinterher habe ich gemerkt, dass ich eigentlich keinen hatte.
Dennoch möchte ich meinen Weg schildern.
Zuerst sollte man sicher wissen in welcher Region man seinen Flugschein machen möchte. Ich entschied mich für die Region Bern.
Als nächstes sollte man sich um eine Wohnmöglichkeit und Arbeitsstelle kümmern.
Ich bewarb mich auf viele Stellen bereits aus Deutschland da ich nicht viel Finanzielle Reserven hatte, um recht lange ohne Einkommen auszukommen.
Dennoch bin ich erstmal ausgewandert ohne einen Job zu haben.
Mein neues Leben in der Schweiz begann auf einem Bauernhof. Hier half ich als Erntehelfer mit. Durch das Mitarbeiten am Hof finanzierte ich mir die ersten Zwei Monate hier in der Schweiz. Man darf sich darunter aber nicht vorstellen, das man viel Geld zum leben hat. Im Gegenteil. Man sollte auch hier schon Proviant von Zuhause als Vorrat gekauft haben oder Finanzielle Reserven haben. Mir reichte das Geld welches ich am Hof verdient hatte lediglich zum finanzieren meines Zimmers am Bauernhof.
Nicht dass der Verdienst so sehr schlecht gewesen wäre doch gibt es eben nicht jeden Tag arbeit für einen Erntehelfer.
Zum Glück erhielt ich nach einem Monat dann die Zusage für einen Job als Angehender Werkstattleiter in einem Forstmaschinenbetrieb. Dies hörte sich natürlich erstmal sehr gut an. Endlich finanzielle Absicherung. Ich hatte den Einstieg also geschafft. "Wohnung" und Job.
Ohne die Möglichkeit auf dem Bauernhof mitzuhelfen und günstig zu wohnen wäre es mir nicht möglich gewesen dafür bin ich dem Besitzer sehr dankbar auch wenn sich unsere Wege bereits nach 2 Monaten wieder trennten. Zudem konnte ich bereits auf dem Bauernhof gute Kontakte knüpfen mit anderen Leuten die dort wohnten. Auch hat der Besitzer "Kinder" welche sich in meinem Alter befinden wo ich mit manchen noch im, in meinen Augen sehr guten Kontakt, stehe. Danke dafür!!!
Man sollte sich dann auch schnell um die Anmeldung auf der Gemeinde kümmern und um eine Aufenthaltserlaubnis bitten, welche man auch auf der Gemeindeverwaltung stellen kann.
Dies dauert in der Regel bis zu 4 Wochen.
Wichtig zu wissen ist auch, dass man für die meisten Verträge die Aufenthaltserlaubnis benötigt sowie bei uns den Personalausweis. Ohne diesen kann man hier zum Beispiel keinen Handyvertrag abschließen welcher aber sehr Sinnvoll ist in der Schweiz.
Auch hier bin ich dem Sohn des Bauern sehr dankbar. Er hat für mich den Vertrag abgeschlossen und somit war ich schon sehr bald wieder mobil erreichbar. Ach Ihm widme ich ein riesen Dankeschön!! Es sind sicherlich kleine Dinge die für jemanden getan werden dennoch tun sie in einer schwierigen Zeit sehr gut!
Was ich vergessen hatte zu erwähnen ist, der Abschluss einer Versicherung bei einer Krankenkasse. Auch hier unterscheidet sich die Schweiz stark von Deutschland.
In der Schweiz ist es so, dass man die Beiträge in die Krankenkasse selbst bezahlt und eine Jährliche Selbstbeteiligung an den Arztkosten hat. Ähnlich wie bei einer Autoversicherung.
Man muss auch hier für sich entscheiden welches Modell man Auswählt.
Nachdem man nun einen Job und Gehalt bekommen hat, stehen einem die Türen weiter offen und man hat mehr Möglichkeiten.
Bei mir war es der Umzug in eine WG. Näher an der Arbeit zu wohnen war eine große Erleichterung. Vor dem Umzug hatte ich ca. 45min Fahrtweg und das bei Arbeitszeiten von 7.30 - 17.30 ist das schon viel Zeit die einem verloren geht.
Leider oder Gott sei dank passte das Verhältnis zwischen dem Bauern und mir am Ende nicht so wie angenommen.
Leider deshalb weil die Zeit doch sehr schön für mich war, die Bekanntschaften sehr Interessant waren und er mir die Möglichkeit gab in der Schweiz Fuß zu fassen.
Zum Glück deshalb, weil ich dadurch näher zu meiner Arbeit gekommen bin, neue Möglichkeiten gesehen habe und ich nun weitere neue Kontakte in meiner WG knüpfen konnte.
Schnell gesagt wurde ich vom Bauernhof rausgeschmissen ^^ aber dennoch behalte ich Ihn in sehr guter Erinnerung auch wenn es anfangs sehr schwer gefallen ist. Man muss hier vielleicht auch etwas taff sein und wieder aufstehen. Man will ja schließlich Pilot werden und da darf man sich nicht so schnell klein kriegen lassen. ;)
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