Nochmals herzlich willkommen in meinem Blog.


Ich möchte dich hier in eine Welt der Träume entführen, besser gesagt, Ich möchte dir zeigen wie man seinen Traum zum Leben erweckt.


Schnalle dich an, lehne dich zurück und hebe gemeinsam mit mir ab.


Riesig freuen würde es mich natürlich, dir Möglichkeiten aufzuzeigen wie du so ein Vorhaben angehen könntest, was dich auf diesem Weg erwartet und was man dafür eventuell für Opfer bringen muss aber auch positive Erfahrungen erhält.

Viel Spaß und Freude am lesen


Der Möchtegernpilot



Alle Angaben und Auskünfte sind ohne Gewähr auf Korrektheit da sich jederzeit Richtlinien und Möglichkeiten ändern können die ich nachträglich nicht mehr berücksichtigen werde.

Mittwoch, 6. November 2019

10. Der lange Weg zum Medical

Ich wusste also, dass ich laut meinem Fliegerarzt Flugtauglich gewesen wäre. 
 Allerdings wusste ich auch, dass der Arzt meine Vorerkrankung dem LBA (Luftfahrtbundesamt) melden musste.

Und hier begann der ganze Mist. 


Das LBA forderte, dass ich mich in Fürstenfeldbruck bei der Luftwaffe vorstelle um ein erneutes Gutachten über mich ergehen zu lassen.

Gesagt, getan. 
Innerhalb von einem Monat hatte ich diesen Termin auch und bin dorthin gefahren. 
Zuvor habe ich schnell noch die aktuellsten Nachsorgeuntersuchungsbefunde zusammen getragen um meinen aktuellen Gesundheitszustand darlegen zu können. 

Dort angekommen erwarteten mich wieder einige Tests. Im Grunde handelte es sich hierbei um eine Nachsorgeuntersuchung wie es nach Ablauf des 1 Jährig Gültigen Medicals der Fall gewesen wäre. Orinprobe, Blutprobe, Lungenvolumentest, Allgemeiner Sehtest. 

Zusätzlich wurde angeordnet, ein Herzecho und ein Belastungs EKG.

Am Ende gab es noch ein Gespräch mit dem Leitenden Arzt der Abteilung für Innere Medizin. 


Ich hoffte hier auf ein positives Gespräch da ich dachte gut abgeschnitten zu haben, doch leider war dies nicht der Fall. 

Als erstes durfte ich mir nämlich einen Ordentlichen Anschiss abholen. 

Ich musste mir in einem Sehr direkten Ton anhören, was ich mir dabei gedacht habe, nur die letzten Befunde meiner Erkrankung mit zunehmen und nicht alle der letzten 3 Jahre. 
"Auf diesem Stuhl, wo auch Sie gerade sitzen, dort sitzen Piloten vom DRF, von Red Bull, dem ADAC und was weiß ich noch alles und alle zeigen Verantwortung. Wenn sie Pilot werden wollen, dann zeigen sie Verantwortung. Sie, wollen fliegen. Ich hab schon alles geflogen was es zu fliegen gibt und ich bin derjenige der darüber entscheiden wird ob sie das dürfen oder nicht. Also schauen sie dass sie die Befunde nachreichen ansonsten kann ich diese Beurteilung nicht geben" 

Es war sicher nun kein 100% Zitat aber so ungefähr war es durchaus. 

Innerlich bin ich richtig eingegangen. Ich wusste er hatte recht mit dem was er sagte und konnte somit nichts dagegen sagen und es nur über mich ergehen lassen. Zudem war ich solch einem Ton noch nie begegnet, schongleich gar nicht von einem Arzt. Da erwartet man ja meist einen ruhigen und besänftigen Ton. 

Wiedereinmal ging ich also nach Hause ohne etwas in der Hand zu haben oder zu wissen wie es ausgeht. 

In Windeseile habe ich nun alle Unterlagen die es gab eingereicht. Wenn noch was fehle so sollten sie mir bescheid geben schrieb ich auf einem Brief dazu. 

Mehrere Wochen vergingen bis ich mich bei der Luftwaffe erneut meldete um in Erfahrung zu bringen, was aus meinem Medical geworden ist. 

Hierbei wurde mir mitgeteilt, dass der Arzt aktuell noch nicht dazu gekommen sei mein Medical zu bearbeiten. Ich solle mich doch noch etwas gedulden. 

Die nächste Warterunde begann. 


Mittlerweile habe ich begonnen, an den Eckert Schulen in Regenstauf, meinen Techniker in Vollzeitunterricht durchzuziehen. 

Irgendwann, so nach miterweile einem halben Jahr, meldete ich mich erneut bei der Luftwaffe. 

Mir wurde dort freundlich mitgeteilt, dass der Arzt aktuell im Urlaub wäre und die Akte immer noch in Bearbeitung ist. Ich wurde wieder vertröstet und sollte warten. 

Die Wochen sind nur so verstrichen und ich wurde allmählich leicht angepisst. 

Ich fragte mich, was wohl passiert, wenn mein Medical, besser gesagt die 1. Untersuchung abgelaufen ist, bevor ich überhaupt das Medical als Amtliches Dokument erhalten habe. 

Erneut rief ich bei der Bundeswehr an. Wieder fragte ich das übliche. 

Diesmal hat man mir mitgeteilt, der Arzt wäre krank. 

Beim nächsten Mal fehlte noch ein Befund 

Diesen habe ich per Einschreiben am nächsten Tag eingeschickt 

Dann war der Arzt wieder krank


Mittlerweile ist über ein Jahr vergangen. 


Mir wurde dann mitgeteilt den Arzt gibt es gar nicht mehr. Und mein Befund nicht 

weitergereicht worden. 


Ich habe nun etwas Text abgekürzt 



Nun kam es natürlich so, dass mir mitgeteilt wurde, meine Untersuchungen wären abgelaufen und eine Beurteilung wäre somit nicht möglich. Genau das, was ich mich einst gefragt hatte, ist eingetreten. 

Das LBA beauftragte nun die Luftwaffe eine erneute Erstuntersuchung durchzuführen. 
Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie es mir nach gut 1,5 Jahren des hin und her, ging. 
Ich war richtig richtig angepisst. 

Aber was solls dachte ich mir und vereinbarte eine Termin. 

Was soll jetzt noch schief gehen dachte ich optimistisch und habe mich auf den Termin richtig gefreut der morgen schon sein wird, dachte ich weiterhin. 

Plötzlich klingelte das Telefon. Es war, wie sollte es auch anders sein, Fürstenfeldbruck. 

"Herr Brandt, wissen Sie eigentlich, dass sie ein Schädel MRT mitbringen müssen“? 
Sagte die Frau am anderen Ende der Leitung. 

Ich fiel vom Glauben ab, in dem Moment als sie das sagte. 

Denn ich wusste genau, dass ich es nicht wusste, einen MRT Befund mit zubringen und ich wusste auch, dass ich es bis morgen auch nicht schaffen würde einen aufzutreiben. 

Die Frau von FFB meinte nur, ich könne es günstig für 600 Euro bei Ihnen machen lassen. 


Mag sein, dass dies günstig für ein MRT ist. Für mich als Schüler war es dies aber nicht. 


Ich winkte ab und verschob den Termin. Ich fluchte innerlich nurnoch. 

Beim LBA teilte man mir mit, dass sie von einem erteilten MRT nichts wüssten und dass dies von FFB ausgehen muss. 
FFB teilte mir allerdings zuvor mit, dass das LBA dafür verantwortlich hätte sein müssen. 

Es war ein Hin und her und mir verging wirklich die Lust und die Nerven. 


Mittlerweile sind gut 1,75 Jahre seit meiner ersten Erstuntersuchung vergangen. 


Innerhalb der nächste 2 Wochen habe ich es glücklicherweise geschafft, einen MRT Befund aufzutreiben und die Möglichkeit zu bekommen innerhalb wieder 2 Wochen nach FFB zu kommen um endlich meine "Erstuntersuchung" über mich ergehen zu lassen. 


Die Untersuchung dauerte den ganzen Tag. Etwas länger als die erste. 

Wie auch bei der damaligen Erstuntersuchung war ich total übermüdet, da ich auch hier aufgrund innerliche Unruhe oder Nervosität nicht schlafen konnte. 
Zudem kam hinzu, dass ich aufgrund der Augenuntersuchung und den verabreichten Augentroofen nicht mit dem Auto sondern mit dem Zug fahren musste. 
Dummerweise und zu meinem Pech kam hinzu, dass die Bahn an diesem Tag streikte. Wir wurden alle um, 4 Uhr morgens in Landsuth rausgeschmissen. Es war kalt, es hat geregnet und der Wind ging. 
Ich war schon jetzt wieder richtig angepisst jedoch zu müde um es mir anmerken zu lassen. 
Mit einem Taxi für 140 Euro machte ich mich auf den Weg nach FFB so ich vor erstmals verschlossenen Toren stand da der Einlass erst um 6. 30 beginnen würde. 
Irgendwann hatte ich aber auch dies überwunden und hab etwas teilnahmslos die Untersuchungen über mich ergehen lassen. 

Bei den Augenuntersuchungen war ich mir diesmal nicht mehr ganz so sicher ob diese so gut ausfallen werden wie damals in Stuttgart. 

Doch auch diese habe ich geschafft. 

Beim Abschluss Gespräch mir dem Leiter der Flugmedizin (ein ziemlich hohes Tier) , er hatte es nämlich bereits zu seinem persönlichem Anliegen gemacht mich endlich erfolgreich beurteilen zu können, wurde mir mitgeteilt dass ich Flugtauglich bin mit Sonderauflagen. 

Über die Kostenübernahme der letzten zwei Jahre solle ich mir keine Gedanken machen.
Es wären ca. 750€ angefallen. 

In dem Moment dachte ich mir. 

Wow... Und das war alles. Dafür 2 Jahre  dieser Aufwand. 
Klar, es ist genau das was ich wollte aber es ist durchaus ein komischer Gedanke und Moment, etwas nach 2 Jahren erreicht zu habe was andere auf einen Tag machen. Es sollte ursprünglich nur eine Untersuchung sein und ein "Ja" oder "Nein" werden. 

Das Medical bekam ich einige Wochen darauf vom LBA aus zugeschickt mit der Bedingung, ich müsse jährlich meinem Verantwortlichen Fliegerarzt ein Schädel MRT vorlegen. 

Eine Sonderauflage mit der ich gut Leben kann. 

Fazit oder Tip an alle denen es auch so gehen könnte. 


Gebt nicht einfach so auf nur weil es nicht von anfang an klappt wie es soll oder weil es den Anschein haben könnte es wird sowieso nichts. 

Wenn es euer Traum ist, dann beisst euch durch. Es könnte sich durchaus lohnen auch wenn der Weg Steinig ist oder erstmal mehr Steine hinzukommen als was man überwinden kann. 

Ich bin jedenfalls froh die Nerven bis zum Schluss nicht zu 100% verloren zu haben. 




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen